
Februar 2024 | September Am 08. Juli 2023 habe ich mich sehr gefreut, bei der Wiederherstellung und Etablierung der Strikten Observanz Templer (SOT) in Wilhelmsbad dabei gewesen zu sein. Die SOT ist ein gemischtes Hochgradsystem (für Frauen und Männer) und wurde nach dem Vorbild der III. Ordensprovinz von Okzitanien (1995) etabliert. Ich bin auch bereits seit 2017 Mitglied in einem anderen Hochgrad-System, einem anderen Orden, dem gemischten „Universellen Alten und Angenommenen Schottischen Ritus“ (UAASR). Diese beiden Systeme sind in ihren Inhalten teilweise ähnlich – templerische Inhalte sind aber in beiden Systemen zu finden.
Warum wollte ich zusätzlich Mitglied in einem weiteren Hochgrad-System, wie der SOT, sein?
Nun, ich strebe nach möglichst umfassender weiter- und tiefergehender Information, nicht nur im freimaurerischen Sinn, aber insbesondere auch dort. Meine eigene Bereitschaft war und ist gegeben, mich zusätzlich zu engagieren und mitzuarbeiten in beiden Systemen. Meine Mitgliedschaft in der SOT erscheint mir persönlich, als sinnvolle und erweiternde Möglichkeit in freimaurerische Inhalte einzudringen. Die Mitgliedschaft in zwei Hochgradsystemen ist natürlich nicht für alle gleichermaßen erforderlich, oder gar notwendig.
Gegenseitige Hilfe und Unterstützung sind notwendig und heilbringend. Freimaurer sollten den Bruder und die Schwester schützen, im eigenen System, wie natürlich auch in den anderen Systemen. Und so sollte es nach meiner Meinung auch bei uns in der Freimaurerei sein, egal ob in den „blauen Graden“, als Lehrling, Geselle und Meister – oder dann weiterführend in den Hochgraden, den „roten Graden“.
Sind denn wir nicht alle gleichen Ursprungs, also in einer „universellen Einheitlichkeit“ miteinander verbunden? Ja natürlich! Dementsprechend sollten wir uns ausrichten und verhalten. Dogmen sind grundsätzlich in der Freimaurerei verpönt. Als Freimaurer, wie auch als „profaner“ Mensch, sind wir aufgerufen, an unseren Fehlern (unserem „rauhen Stein“) zu arbeiten, nicht an dem „Stein“ des anderen Menschen. Das ist natürlich leichter, tut uns selbst auch nicht so weh, aber kann nicht Sinn der „Übung“ sein.
Es besser machen zu wollen, eigene Fehler nicht immer wieder zu wiederholen, sondern eine Verbesserung erreichen zu wollen, dass ist angesagt. Grundsätzlich gehört zu dieser Art von Verbesserung auch, den anderen Menschen zu akzeptieren, ja ihn vielleicht auch zu lieben, ihn wirklich als Bruder und Schwester anzusehen, anzuerkennen.
