
Die moderne „Strikte Observanz der Templer“ (SOT) wurde in Deutschland am 08. Juli 2023 in den historischen Räumlichkeiten in Wilhelmsbad wieder ins Leben gerufen. Genau in jenen Räumlichkeiten, in denen 1782 ein gleichnamiger Konvent abgehalten wurde, der zu ihrem temporären und teilweisen Untertauchen führte. Sie wurde der heutigen Zeit entsprechend als gemischtes Hochgradsystem etabliert nach dem Vorbild der III. Ordensprovinz von Okzitanien von 1995. Damals wurde mir das Amt des Großmeisters der Schottischen Meister (SM) angetragen. Beim Provinzial-Stiftungs- und Johannisfest am 20. Juni 2026 in Darmstadt habe ich das Großamt an Sr. Sabine Smalian übertragen. Mir wurde von meinem Amtsvorgänger Br. Michael Smuda die Amtswürde des Großmeisters der Tempelritter und Berufenen Ritter (TBR) anvertraut, wofür ich sehr dankbar bin.
Die „Strikte Observanz der Templer“ arbeitet in Deutschland ab dem Schottischen Meistergrad (IV. Grad), und führt zu weiteren drei Graden. Die SOT versteht sich ausschließlich als ein Hochgradsystem, das allen Freimaurer-Meisterinnen und Freimaurer-Meistern offen steht, die eine geistige und spirituelle Ausrichtung der Freimaurerei erfahren möchten. Es sind Mitglieder aller freimaurerischen Systeme herzlich willkommen.
Das Große Provinzialkapitel von Oberdeutschland pflegt freundschaftliche Beziehungen zu allen anderen Großen Provinzialkapitel sowie zum gemischten Universellen Alten und Angenommenen Schottischen Ritus. Es sind ebenso Besucher (siehe Besuchsregelungen) der maskulinen VGLvD-Großlogen und Hochgradsysteme, so wie auch der Frauengroßloge willkommen. Es bestehen keinerlei Abkommen mit den maskulinen, femininen oder gemischten Großlogen, wie z.B. der Humanitas, Libertas, dem SGOvD und Droit Humain, um damit die Unabhängigkeit und Neutralität gegenüber allen interessierten Freimaurer-Meisterinnen und Freimaurer-Meistern zu wahren.

Als Großmeister der Tempelritter und der Berufenen Ritter (TR+BR) der SOT bin ich Mitglied des Gremiums der „Oberen der vereinigten Logen“ und damit im Führungsstab der VIII. Ordensprovinz der Templer. Die ‚Geheimen Oberen‘ oder ‚Unbekannten Oberen‘ waren ursprünglich eine Gruppe von katholischen Jakobiten, die darauf abzielten, Charles Edward Stuart (1720-1788) dabei zu unterstützen, den britischen Thron zu besteigen, den sein Großvater Jakob II. 1688 aufgeben musste. In einem Brief vom 30. September 1745 des Herzogs von Perth an Lord Ogilvy ist der Nachweis zu finden, dass Charles Edward Stuart Freimaurer war. Denn in diesem Brief wird bestätigt, dass Charles Edward Stuart am 24. September 1745 in Holyrood Palace in Edinburgh mit allen Ehren eingesetzt wurde. Kurz vor der Schlacht von Culloden 1746.
Das Schweigen Charles Edward Stuarts, der trotz der zeitlichen Wirren als weltweites Oberhaupt der Templer-Freimaurerei galt, verstärkte nur noch mehr den Mythos um die ‚Geheimen Oberen‘. Denn Carl Gotthelf von Hund und Altengrotkau ließ es zu, dass man weiterhin an den (gescheiterten) Jakobiten-Mythos glaubte. Der Kontaktabbruch seitens der ‚Geheimen Oberen‘ nach der Schlacht von Culloden und die Distanzierung des Thronanwärters Charles Edward Stuart von der Templer-Freimaurerei ließen das Anbahnen eines Schicksalsschlages erahnen: Der Wilhelmsbader Konvent (1782).
Die Bezeichnung der ‚Geheimen Oberen‘ oder ‚Unbekannten Oberen‘ wurde von den Gegnern verballhornt und zu einer falschverstandenen Bezeichnung stilisiert. Heutzutage werden SOT-intern die ‚Geheimen Oberen‘ wie ursprünglich, als die ‚Oberen der vereinigten Logen‘ bezeichnet und gemäß den Allgemeinen Statuten von 1996 (§ 6) bilden sie das demokratisch gewählte Führungsgremium einer jeden Ordensprovinz, wovon ich ein stimmberechtigtes Mitglied bin.
Ich heiße jede Freimaurer-Meisterin und jeden Freimaurer-Meister willkommen, die/der eine geistige und spirituelle Ausrichtung der Freimaurerei in der „Strikten Observanz der Templer“ mit uns gemeinsam erleben möchten.
