Der Gründer der Strikten Observanz Carl Gotthelf von Hund und Altengrotkau hatte 1764 zeitgeistbedingt die Einteilung der Ordensprovinzen zunächst nur um Europa herum angeordnet: I. Aragonien, II. Auvergne, III. Languedoc-Okzetanien, IV. Leon, V. Burgund, VI. Groß-Britannien, VII. Niederdeutschland bis an die Elbe und Oder, VIII. Oberdeutschland bis Donau und Italien bis Po und Tiber und IX. Griechenland, Zypern und der Archipel (Link). 1995 wurden von der III. Ordensprovinz der Templer, die sich 1995 in Frankreich wieder etabliert hatte, weitere neun weltumspannende Ordensprovinzen eingeführt. (Link)

Spiritueller Hauptsitz des deutschen Großen Provinzialkapitels der VIII. Ordensprovinz der Templer ist die Chorkapelle in Hof Iben für Oberdeutschland bis zur Donau. Die Chorkapelle liegt in Rheinhessen und wurde von den Tempelrittern im 12./13. Jahrhundert erbaut und wahrscheinlich nach der Stadt Ibelin in Israel benannt. Der administrative Hauptsitz des deutschen Großen Provinzialkapitels der VIII. Ordensprovinz der Templer ist hingegen in Wilhelmsbad.

Gründer des Großproriats von Italien der VIII. Ordensprovinz

Die VIII. Ordensprovinz ist in zwei Großpriorate unterteilt: Italien und Oberdeutschland. Am 08. Juli 2023 wurde die VIII. Ordensprovinz und das Großpriorat von Oberdeutschland in Wilhelmsbad reinstitutionalisiert. Die Vorbereitungsarbeiten für das zweite Großpriorat der VIII. Ordensprovinz fanden am 05. Juli 2026 ihre Vollendung, als auf der Burg von Caggiano, dem Castello Normanno del Guiscardo (Link), das Großpriorat von Italien ebenfalls wieder reinstitutionalisiert werden konnte.

Eigens für den Akt wurde in der Kirche San Salvatore eine Messe zur Segnung des Vorhabens abgehalten. Spiritueller Hauptsitz des italienischen Großen Provinzialkapitels der VIII. Ordensprovinz der Templer ist die Kapelle Sansevero (Link) in Napoli. Der administrative Hauptsitz des italienischen Großpriorats ist die Burg in Caggiano.

Mit diesem historischen Schritt sind die beiden Großpriorate des Großen Provinzialkapitels von Oberdeutschland und Italien wieder so aufgestellt, wie der einstige Gründer es im 18. Jahrhundert geplant hatte.

Die Rede während der Messe machte deutlich, dass dem aufeinander Zugehen, ob Freimaurer (anerkannt oder nicht), Rosenkreuzer und Templer und andere Gleichgesinnte nichts mehr im Wege stünde. Jeder habe seine Existenzberechtigung und jeder solle auf Augenhöhe behandelt werden. Die internen Schismen der letzten Jahrhunderte haben zur Wohlfahrt von niemandem geführt. Besonders wenn nun Tempelritter wieder in einer Katholischen Kirche eine Messe feiern konnten, wurde damit auch dieses 714 Jahre alte „Missverständnis“ zwischen Tempelrittern und Katholischer Kirche ausgeräumt. Denn laut dem Chinon-Pergament (1308) wurden alle Tempelritter vom damaligen Papst freigesprochen, aber auf Betreiben des französischen Königs, Philipp des Schönen, dennoch verfolgt und der Orden aufgehoben. Der Tempelritterorden steht aber noch immer (adhuc stat), und dieses Mal unabhängig von der Katholischen Kirche, aber in freundschaftlicher Bindung. Mit den Worten: „Lasst uns alle aufeinander Zugehen, um selbst ein bisschen besser zu werden …“ schloss die Rede ab.

VIII. Ordensprovinz reaktiviert Großpriorat

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